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05 | 09 | 2010
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Die Marcussen-Orgel ist ein qualitätvolles Zeugnis einer großen Neobarock-Orgel, von denen es nicht [mehr] viele gibt. Doch der Zahn der Zeit hat auch an ihr seine Spuren hinterlassen, so dass nun eine umfassende Restaurierung der gesamten Orgel drigend erforderlich ist.
  • Gesundheitsheitsschädlicher Schimmelpilz macht sich breit und hat bereits die Windlade des Hauptwerks erreicht, so werden die Poren bei jedem Ton "hinausposaunt" und stellen nicht nur für den Organisten eine Gefahr dar!
  • Dämmmaterial löst sich auf und gelangt über die Windanlage bis in die Windladen
  • Die Registerzüge sind stark verschlissen, gleichzeitiges Ziehen mehrerer Registerzüge ist wegen verkantender Zügen unmöglich
  • Die Pfeifen stehen viel zu eng und behindern so die klangliche Aussage des Instruments
  • Der Spieltisch ist äußerst unergonomisch, besonders für größere Organisten, und entspricht nicht den heutigen Anforderungen nach Programmiermöglichkeiten und einer sensiblen Spieltraktur

 

Die Marcussen-Orgel aus der Sicht eines Orgelbau-Experten:

Bericht über meinen Besuch an der großen Marcussen-Orgel im Dom zu Schleswig im Juli 2005

"Die Hauptorgel des Doms hat einen großen Fehler: sie ist nicht grundtönig und hat keine musikalisches Rückgrat. Der Ursprung kommt daher, dass man den offenen Prizipal 16' vom Hauptwerk ins Pedal verlegt hat. Wenn man diesem Intsrument wieder ein wirkliche Struktur geben will, muss das Pfeifewerk, um gut klingen zu können, wieder genügend Lebensraum bekommen. Das heißt , dass das Hauptwerk und nur das Hauptwerk wieder seinen Platz im Hauptgehäuse finden wird. Zurzeit sind das Hauptwerk und das Pedal im Gehäuse und ein Manual erstickt das andere. [...] Dadurch klingt das Hauptwerk aber auch das Pedal viel zu mager. Auch die Pflegearbeit ist durch den engen Platz sehr schwierig. [...] Durch Umbaumaßnahmen wird diese Orgel ganz anders atmen und einen ganz neuen Klang von sich geben."

Daniel Kern, Firmeninhaber der elsässischen Orgelbaufirma ALFRED KERN & FILS, Straßbourg; Erbauer der im Oktober 2005 neu konstruierten Orgel in der Frauenkirche zu Dresden