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05 | 09 | 2010
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Dienstag, 01. April 2008 um 12:33

Konzept für die Arbeiten an der Schleswiger Domorgel:

Die Domkirchengemeinde zu Schleswig plant eine grundlegende Überarbeitung der Marcussen-Orgel aus dem Jahre 1963 (III/Ped, 51 Reg.). Der jetzige Zustand ist der Bedeutung und Ausstrahlung der Domkirche und den Ansprüchen an die kirchenmusikalische Arbeit nicht mehr angemessen.

Grundlage des Konzeptes für die geplanten Arbeiten ist die Entscheidung, dass die Marcussen-Orgel weiter unverkennbar bleiben soll. Große neobarocke Orgeln sind inzwischen „historische“ Orgeln, die es zu erhalten gilt. Da die Fa. Marcussen in der Epoche des sog. neobarocken Orgelbaus stilbildend und führend war, gilt das in besonderer Weise auch für die Orgel im Schleswiger Dom, die zudem in einem wertvollen historischen Gehäuse steht.

Die dauerhafte und vollständige Funktionssicherheit der Orgel muß wieder hergestellt werden. Die wesentlichen Charakteristika des Neobarock werden dabei erhalten. Die größeren Eingriffe im Pedal sowie Veränderungen im BW beseitigen die aus der Enge im Gehäuse resultierende Probleme, ohne die für neobarocke Orgeln typische enge Pfeifenstellung völlig aufzulösen. Zur Erklärung: 1701 hatte die Orgel im historischen Gehäuse nur je 7 Stimmen auf Hauptwerk und Pedal. Später dann 11 im Hauptwerk und 12 im Pedal, heute sind es 12 im Hauptwerk, 13 im Pedal plus 14 im Brustwerk unterhalb des Hauptwerks.

Eine umfassende Nachintonation wird die „Persönlichkeit“ des Instruments respektieren und erkennbar bleiben lassen.

Die Orgel wird, wie bei der bei Erbauung geplant, um ein viertes Manual als Ergänzungswerk erweitert. Damit erschließt sich ein breiteres Repertoire und es erweitern sich die Möglichkeiten für die kirchenmusikalische Arbeit an der Domkirche.

Die „konservative“ Beschränkung dieses Konzepts ist beabsichtigt. Umbau-Konzepte, deren Kosten annähernd auf Neubauniveau liegen, wurden für nicht sinnvoll erachtet.

Die Firmen, die aufgefordert wurden, für diese Arbeiten ein Angebot zu unterbreiten, haben alle langjährige Erfahrung im Umgang mit diesem Instrumententyp und waren selbst stilbildend im neobarocken Orgelbau des 20.Jhdts..

 

Die Bausteine der Überarbeitung und Veränderung der Marcussen-Orgel im Detail:
  • Schimmelbeseitigung
  • Verkleinerung des Brustwerks um einige Register und Öffnung der Rückwand des Brustwerks sowie Abstützung der Lade und Schaffung von Zugangsmöglichkeiten
  • Ausgliederung des (Groß-)Pedals in ein hinterständiges Werk. Ergänzung des Pedalwerks in der tiefen 32´ und 16´-Lage.
  • Anbindung des jetzigen 16´-Fuß Registers des Prospektes an das Hauptwerk, dadurch Dispositionsveränderungen im HW
  • Ergänzung durch ein viertes Manual als Schwellwerk Dieses soll als „Ergänzungswerk“ die Lücken in der bestehenden Disposition schließen und insbesondere einer „geschmeidigeren“ Dynamik für die Darstellung romantischer Orgelmusik dienen. Das neue schwellbare Werk ist in Mensuren und Intonation so angelegt, dass es sich an das vorhandene Werk einfügt.

Dispositionsvorschlag für das Schwellwerk:

Bourdon 16´
Geigenprincipal 8´
Doppelflöte 8´
Gambe 8´
Schwebung 8´
Fugara 4´
Principal 4´
Traversflöte 4´
Piccolo 2´
Mixtur
Trompette 8´
Oboe 8´
Subkoppel
Tremulant

  • Neubau des Spieltisches in das Gehäuse sowie Neubau der Registertraktur.
  • Revision und Überarbeitung der Trakturen aller Werke, Neubau der Spieltraktur für das Schwellwerk
  • Revision der Windanlage, Erhalt der Ladenbälge als Charakteristikum der neobarocken Konzeption der Marcussen-Orgel
  • Einbau einer modernen Setzeranlage, die es erlaubt, Klangkombinationen zu speichern
  • Winddruckerhöhung nach Befund und Möglichkeit. Die Stabilität der Windversorgung muß erhalten bleiben, um im Zusammenhang mit den anderen Maßnahmen vor allem eine bessere klangliche Präsenz des HW zu erreichen.
  • Umfassende Nachintonation mit dem Ziel klanglicher Stabilität und Grundtönigkeit. Die Bauform der Zungen ist ein wesentliches Charakteristikum der Orgel. Sie soll nur in begründeten Fällen aufgegeben werden. Dasselbe gilt für die Kupferpfeifen